[12.03.2004] Planung der Bahn minimiert die Beeinträchtigungen beim Bau des neuen Kaiser-Wilhelm-Tunnels - Neue Tunnelröhre in Parallellage zum bestehenden Tunnel geplant l Ab Montag öffentliche Auslage der Planfeststellungsunterlagen
„Ziel unserer Planungen ist es, die Beeinträchtigungen durch den Tunnelneubau für Mensch und Natur möglichst gering zu halten. Das ist uns hier gelungen“, sagt Matthias Breidenstein, Gesamtprojektleiter Tunnelbauprojekte bei der Niederlassung Mitte der DB ProjektBau in Frankfurt, heute in Cochem. Die Bahn hatte eingeladen um die genaueren Planungen für eine neue 4,2 Kilometer lange Tunnelröhre vorzustellen. Anlass ist der Beginn der öffentlichen Auslage der Planfeststellungsunterlagen ab kommendem Montag.

Die Planfeststellungsunterlagen zeigen, wie Beeinträchtigungen im Landschaftsbild und in der Lebensqualität der Anwohner verhindern werden sollen. Ein Beispiel hierfür das anfallende Gestein, welches mit Güterzügen abtransportiert werden soll. Bei den zu erwartenden 900.000 Tonnen macht der Abtransport auf der Schiene 90.000 LKW-Fahrten überflüssig. Durch den wegfallenden LKW-Verkehr können große Beeinträchtigungen für die Anwohner sowie für Flora und Fauna vermieden werden. Auch das abgebrochene Gestein selbst wird ökologisch sinnvoll verwertet. Die Zugfahrt führt es nach Siershahn bei Koblenz, wo es für die Rekultivierung des Tontagebaus verwendet werden soll.

Alle beim Bau nötig werdenden Baustelleneinrichtungsflächen konnten auf das absolut notwendige Minimum reduziert werden und sind weitgehend auf bestehenden Bahngrundstücken vorgesehen. So konnte durch geschickte Planung die ursprünglich vorgesehene Baustelleneinrichtungsfläche an der Bundesstraße 49 am Calmont-Klettersteig entfallen. Somit bleibt der dortige Wanderweg als touristische Attraktion erhalten. Auch der Hochwasserfluchtweg in Cochem zwischen Kino und der neuen Bahntrasse wird während der Bauzeit benutz werden können. Durch die Nutzung brachliegender Wiesenflächen am Talboden für die Baustelleneinrichtung kann eine Beeinträchtigung von ökologisch hoch sensiblen Bereichen vermieden werden. Selbstverständlich werden alle während der Bauzeit beanspruchten Flächen nach Beendigung der Arbeiten wieder rekultiviert.

Grundsätzlich ist es ein großes Anliegen der Bahn, die Beeinträchtigungen durch Bauarbeiten für die Anwohner möglichst gering zu halten. Die Bauüber-wachung wird regelmäßig die Einhaltung der Immissionsrichtwerte für Baulärm durch Messungen überwachen. Bei einem Überschreiten der gemessenen Werte werden Maßnahmen zur Minderung des Baulärmes ergriffen. Vor Beginn derartiger Bauarbeiten führt die Bahn ein „Bautechnisches Beweis-sicherungsverfahren“ durch. In diesem werden die angrenzenden Gebäude begutachtet und deren Zustand genau dokumentiert.

Der bestehende Kaiser-Wilhelm-Tunnel wurde 1879 in Betrieb genommen. Auf der Strecke von Koblenz nach Bullay, zu welcher der Tunnel gehört , verkehren derzeit Fernverkehrs-, Nahverkehrs- und Güterzüge. Über 170 Züge durchqueren täglich den Tunnel. Durch die Bündelung des geplanten Tunnels mit der bestehenden Bahntrasse entsteht keine neue Zerschneidung der Landschaft.

Die voraussichtliche Bauzeit für den neuen Tunnel wird vier Jahre dauern, die Erneuerung des alten weitere zwei Jahre. Insgesamt wird eine Investition von ca. 170 Mio. Euro erforderlich.
[Quelle: Deutsche Bahn]
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